Ich bin immer so viel Mensch,
als es andere gibt, mit denen ich "wir" sagen kann.
Johan van den Berg
Taufe
Mit der Taufe heißen wir ein Kind in
der Pfarrgemeinde willkommen! Das Gespräch zwischen Gott und
Mensch findet in dieser Feier einen Ausdruck. Dadurch sagen wir,
dass wir uns auf die Gnade Gottes einlassen. Wie bei jedem Sakrament
spielt auch die Dankbarkeit ein große Rolle. Wir danken Gott
für das Geschenk des Lebens.
Die Taufe wird in St. Paul in der Regel am Sonntag nach dem Gottesdienst
gefeiert, meistens in einer Feier mit zwei oder drei Familien. Der
schönste Termin für die Taufe ist freilich die Osternacht.
Nach der Anmeldung wird ein Taufgespräch vereinbart, mit den
Eltern und wenn es geht auch mit den PatInnen. Beim Taufgespräch
werden auch die Personalien für das Taufbuch aufgenommen, man
braucht dazu die Geburtsurkunde des Kindes, die Taufscheine der
Eltern und die Heirats- und Trauungsurkunde der Eltern. Der Taufpate
bzw. die Taufpatin muss römisch-katholisch sein.
Wir freuen uns besonders, wenn die Familie die Tauffeier mitgestaltet
mit Liedern und Texten. Man kann auch selber die Lesung aus der
Bibel für die Tauffeier aussuchen.
Die Firmung steht
in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Taufe, auch wenn bei
uns meistens über zehn Jahre dazwischenliegen. Den Geist Gottes
ausdrücklich zugesprochen zu bekommen und sich dessen auch
bewusst zu sein, darum geht es in der Firmung. Der "Atem",
der "Hauch" Gottes macht Totes lebendig und setzt mit
seiner Hilfe dort an, wo es am meisten fehlt.
Die Firmung feiern wir in St. Paul meistens
am Sonntag nach Ostern, dem sogenannten "Weißen Sonntag".
Ihr geht ein Vorbereitungskurs voraus, der gleich mit der Anmeldung
am 15. November des vorausgehenden Jahres beginnt. Sehr intensiv,
mit Nachmittagskursen, interessanten Themen-Projekten und gemeinsamen
Gottesdiensten stellen sich die Firmkandidaten und -innen auf das
Fest ein. Auch die Eltern sind zu zwei Elternabenden eingeladen.
Zum zweiten Elternabend, an dem die Themen-Projekte vorgestellt
werden, kommt auch der Firmspender, um die Eltern und die Firmkandidaten
und -innen kennen zu lernen.
Als Mindestalter für die Firmung gilt bei uns 14 Jahre, das
heißt, man muss im Jahr der Firmung 14 werden oder in die
4. Klasse Hauptschule oder Gymnasium gehen.
Anmeldeschluss ist immer am 15. November. Nach diesem Datum ist
ein Einsteigen in den Vorbereitungskurs nicht mehr möglich,
sondern erst wieder im Jahr darauf.
Eucharistie
Die sonntägliche Eucharistiefeier
bildet den Mittelpunkt jeder christlichen Gemeinde. Wir feiern den
Glauben und danken Gott. Wir bringen unser Leben in die Eucharistiefeier
hinein und die Eucharistiefeier prägt unser Leben.
Erstkommunion
Ein besonderes Fest ist jedes Jahr die erste Kommunion der Kinder.
Sie ist ein weiterer Schritt hinein in die volle Mitgliedschaft
der Pfarrgemeinde. In St. Paul feiern wir die Erstkommunion an einem
der ersten Sonntage nach Ostern. Vom Herbst an bereiten sich die
Kinder und ihre Eltern auf dieses Fest vor.
Die Eltern übernehmen die Vorbereitung ihrer Kinder in Zusammenarbeit
mit den Verantwortlichen der Pfarre und oft auch mit dem Religionslehrer
oder der Religionslehrerin.
Die Eltern der Kinder aus dem jeweiligen Jahrgang werden im Herbst
angeschrieben, bis 15. November erfolgt die Anmeldung. Im Lauf des
Vorbereitungsjahres werden die Eltern zu drei Elternabenden eingeladen,
die Kinder haben sieben Gruppentreffen, darunter auch eine Kirchenführung,
eine Bußfeier mit anschließendem Kerzenbasteln. Die
restlichen Treffen führen in die Themen der Erstkommunion ein.
Trauung
Die kirchliche Trauung am Hochzeitstag hat
ein besonderes Flair. Ein schönes Hochzeitspaar ist der Gegenstand
vieler Träume, die kirchliche Trauung heißt aber auch,
dass man das gemeinsame Leben im Bewusstsein der Taufe führen
will. Auch die kirchliche Trauung ist wie die anderen Sakramente
eine Feier der Dankbarkeit. Im Trauungssegen mischt sich der Dank
mit der Bitte um eine gute Zukunft.
Für die kirchliche Trauung ist der Besuch eines Ehe-Seminars
notwendig, die Termine dazu sind in den Pfarrämtern zu erfragen.
Auch im Bildungshaus St. Virgil werden Ehe-Seminare angeboten, die
zwar ein klein wenig länger dauern als die kürzeste Variante,
die aber dafür sehr schöne und gute Eindrücke hinterlassen.
Für die Erlaubnis zur kirchlichen
Trauung ist ein sogenanntes Trauungsprotokoll notwendig. Man braucht
dazu einen neuen Taufschein von der Taufpfarre, der nicht älter
sein darf als sechs Monate, die Bestätigung über das Eheseminar,
und falls die standesamtliche Trauung schon stattgefunden hat, die
Heiratsurkunde vom Standesamt. Mit der Unterschrift unter das Trauungsprotokoll
ist die Bereitschaft zu einer Ehe im katholischen Sinn verbunden,
das bedeutet zur Unauflöslichkeit der Ehe, zur Bereitschaft
zu Kindern und ihrer christlichen Erziehung und zu einer Ehe aus
Zuneigung und Liebe und nicht aus geschäftlichen oder ähnlichen
Interessen.
Wenn das Trauungsprotokoll fertig erstellt ist, kann man die Trauung
in der eigenen Pfarrgemeinde feiern oder die Erlaubnis zu einer
Trauung auswärts bekommen.
Sakrament
der Versöhnung
Das Sakrament der Versöhnung ist Ihnen
vielleicht besser bekannt als "Beichte" oder "Sakrament
der Buße". Gerade dieses Sakrament war für frühere
Generationen sehr prägend. Mittlerweile hat sich in der Praxis
und in der Sichtweise sehr viel geändert. In den meisten Pfarren
ist die Zahl der traditionellen Beichten massiv zurückgegangen.
Neue Formen haben sich aber herausgebildet.
Der ganze Bereich um Sünde und Schuld muss sehr differenziert
betrachtet werden und mit einer großen Achtung vor jeder Person
und ihrer Geschichte. Die Beichte soll nicht zum Gegenstand von
billigen Witzen verkommen.
Der Sinn der Einzelbeichte ist, dass man gründlich über
das Leben nachdenkt, auch über das, was man versäumt hat,
über das, wo man schuldig geworden ist. Die Befreiung liegt
in der Zusage der Lossprechung durch den Priester, der das im Auftrag
der Kirche tut: "Durch den Tod und die Auferstehung Christi
schenkt dir Gott Verzeihung deiner Sünden und Frieden. Ich
spreche dich los im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen
Geistes."
In unserer Pfarre gibt es außer vor Ostern keine fixen Beichtzeiten.
Aber Sie können jederzeit mündlich oder telephonisch ein
Beichtgespräch vereinbaren. Besonders in der Zeit vor Ostern,
der sogenannten österlichen Bußzeit, werden speziell
vorbereitete Bußgottesdienste angeboten.
Krankensalbung
Lange Zeit war die Krankensalbung
eingeengt auf den Begriff "Letzte Ölung" und dadurch
gleichermaßen gefürchtet wie auch als Schutz empfunden
beim Hinübergang in die Ewigkeit.
Seit dem II. Vatikanischen Konzil ist das Sakrament der Krankensalbung
von einem Sterbesakrament wieder zu einem Sakrament für Kranke
geworden. Sie können um das Sakrament der Krankensalbung bitten,
wenn Sie sich in einer schweren Krise des Leibes und der Seele befinden
und diese besondere Stärkung benötigen. In Todesnähe
oder in befürchteter Todesnähe hatte dieses Sakrament
ohnedies immer seinen Platz.
In unserer Pfarre werden zwei Mal im Jahr Gottesdienste mit Krankensalbung
angeboten, wo das Sakrament in Gemeinschaft gefeiert wird. Mitglieder
des Sozialkreises kümmern sich darum, dass Menschen, die nicht
mehr selbständig in die Kirche kommen können, nach vorheriger
Anmeldung zu diesem Gottesdienst gebracht werden.