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| Auf der Wartburg in Eisenach |
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| Eine romanische Kostbarkeit: Das Kloster Petersberg bei Halle |
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| Ein afrikanisches Kreuz im Kloster Petersberg |
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| Leipzig, Nikolaiplatz: Erinnerungen an die Befreiung aus der SED-Diktatur |
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| Der Blick von der Schlosskirche in Wittenberg |
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| Besonders reizvoll: Das Gewölbe der Schlosskirche |
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Für Salzburger wichtig: Eine Gedenkmünze in Erinnerung an
die Vertreibung der Protestanten aus dem Jahr 1732 |
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Unter diesem
Titel hat von 29.8. bis 3.9.2004 eine Reise statt-gefunden. Mag. Silvia
Peterbauer schreibt über ihre persönlichen Eindrücke.
Da saßen wir am 29. August frühmorgens im
Bus und waren darauf vorbereitet, dass ein dichtes Programm mit langen
Fußmärschen auf uns zukommen werde, da helfe kein Jammern und
Wehklagen. Für die meisten war das Interesse an Luther ausschlaggebend,
an der Reise teilzunehmen, für mich die romanischen Kunstwerke und
vielleicht auch die Neugierde, wie viel vom Charme des früheren Ostblocks
noch übrig geblieben ist (Gibt es noch Schweine auf der Autobahn?).
Unsere Reiseziele befanden sich vor allem in den Bundesländern Sachsen
und Sachsen-Anhalt. Bei unserem ersten Halt in Bamberg (Bayern) besichtigten
wir den Dom mit dem leichtfüßig-schwebenden Bamberger Reiter,
dem wunderschönen Grabmal von Kaiser Heinrich II und Kunigunde sowie
die gemütliche Altstadt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern.
Hier und auch in den nächsten Tagen war mit großer Intensität
zu spüren, dass wir uns auf geschichtsträchtigem Boden befanden.
Dass ich wieder einmal keine Zeit gehabt hatte, mich auf die Reise vorzubereiten,
war nicht weiter schlimm, da uns Dr. Franz Padinger während der langen
Busfahrten in spannender und bestens verständlicher Weise von der
Geschichte bis zur Gegenwart, dem Leben Luthers, den Kunstwerken usw.
erzählte. Ich hätte ihm ohne Ende zuhören können.
Er hat viele Tage in diesen Ländern verbracht und konnte uns daher
jede Menge Hintergrundwissen vermitteln. So fuhren wir durch die schönen
Landschaften mit riesigen landwirtschaftlichen Flächen, durch Täler
mit zahlreichen Burgen, vorbei an Orten, die sich in den Senken zusammenkuschelten,
und vorbei an unzähligen Windrädern. Und kaum drohten die BusinsassInnen
einzunicken, trat Pfarrer Hausberger auf den Plan und begann, den mehrstimmigen
Bus-Chor zu ungeahnten Leistungen anzutreiben. So wurden wir von einer
Sehenswürdigkeit zur anderen gebracht, informiert und beschwingt.
Wir besuchten u.a. Luthers Geburts- und Sterbehaus in Eisleben, den Dom
von Merseburg mit seiner wunderbaren romanischen Krypta, die Wartburg,
das Bachhaus in Eisenach, den Mariendom in Erfurt mit den herrlichen mittelalterlichen
Glasfenstern im Chor, Erfurt mit seiner besonders hübschen Altstadt,
Leipzig, den Dom von Naumburg mit seinen Stifterfiguren und Wittenberg,
die Stadt, in der Luther, Melanchthon und Lucas Cranach d.Ä. in einer
Zeit intensivster politischer Aufbruchstimmung gelebt und gewirkt haben.
Die Stadtzentren und Sehenswürdigkeiten sind bestens erhalten und
renoviert. Die Museen wurden in den letzten Jahren nach modernen Richtlinien
organisiert (Ausnahme: Wohnhaus und Museum Lucas Cranach d.Ä.). Es
dürften unglaubliche Summen dafür und für die Infrastruktur
im Allgemeinen aufgebracht worden sein. Leider kann ich aus Platzmangel
nicht näher auf die einzelnen Kunstwerke eingehen.
Nur noch ein paar Worte über die Menschen, die mir besonders in Erinnerung
blieben, da sie so engagiert und mitreißend waren. Wie z.B. die
junge Dame, die uns nach unserer Buspanne, trotz bereits erfolgter Schließung
des Merseburger Domes, noch zwei Stunden durch den Dom, sogar bis unter
das Dach, durch das Glockengehäuse und auf den Glockenturm führte.
Dadurch durfte ich erstmals ein Gewölbe von „der anderen Seite“
sehen. Oder der junge Mann, der uns spontan und unmittelbar (die E-Mail-Anmeldungen
kamen häufig aus unerfindlichen Gründen nicht an) in einer Kapelle
der Leipziger Nikolaikirche die Geschichte von Bach als Thomaskantor bis
zu den Montagsgebeten mit den Verhaftungen bis zur Ostöffnung miterleben
ließ. Oder die kleine Mönchsgemeinschaft am Petersberg bei
Halle, die uns aktiv in ihren Abendgottesdienst einband. Und im Bach-Haus,
die wunderbare Präsentation seiner Musik auf alten oder originalgetreuen
Musikinstrumenten jener Zeit. Wir fühlten uns willkommen. Die Menschen
waren offen und engagiert, vielleicht auch, weil sich der Tourismus in
Grenzen hält und bisher keinerlei Anbiederung bewirkte.
Darüber hinaus haben mich auch die Riesenportionen von Fleisch mit
Bratkartoffeln beeindruckt, vor denen die Menschen in den Restaurants
saßen. An das landesübliche Fleisch mit Tunke konnten wir uns
auch nach einer Woche noch nicht gewöhnen.
Auf unserer Rückfahrt tauchten plötzlich unmittelbar neben der
Autobahn, umgeben von Flachland, einige hohe Plattenbauten auf, die den
Eindruck erweckten, als würde die Sprengung bereits vorbereitet.
Aber unter den Fensterbänken (Balkone fehlten) hingen Wäschestücke
und es schauten einige Menschen aus den Fenstern und beobachteten das
Geschehen auf der Autobahn.
Ich darf mich bei Pfarrer Mag. Peter Hausberger und Mag. Ingrid Leiter
für die ausgezeichnete Organisation der Reise und bei Dr. Franz Padinger
für die besondere Reiseleitung bedanken und kann allen St. Paulern
einen Besuch dieser Gegend empfehlen und dabei auch besonders, die engagierten
Menschen kennen zu lernen.
Silvia Peterbauer
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Die Reisegruppe in der
Jakobuskirche in Bamberg.
Links die Autorin des Artikels.
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