Wenn Sie beim Lesen des Pfarrbriefs diese beiden Seiten überspringen wollen, weil Sie von Orgelmusik und diesem Musikinstrument nicht viel verstehen, bitte ich Sie dennoch inne zu halten. Denn eine Orgel von wem auch immer gebaut prägt nicht nur eine Kirche und das kirchenmusikalische Leben, sondern sie ist wenn es darum geht, dieses Instrument für eine Pfarre neu anzuschaffen auch so etwas wie ein Messinstrument.
Ein Vorhaben für
mehrere Jahre
Ähnlich wie ein Kirchenneubau, erfordert die Anschaffung einer Orgel beträchtliche finanzielle Mittel. Mittel, die nicht von vorneherein im Budget einer Pfarre vorhanden sind und wohl auch nicht innerhalb eines Jahres aufgebracht werden können. Der Neubau einer Orgel ist ein Mehrjahresvorhaben, sowohl was die Entscheidung, die Auftrags-vergabe, den Bau wie natürlich auch die Finanzierung betrifft.
Orgel Königin der
Instrumente
Warum eine Orgel ein Messinstrument ist? Weil sie nicht nur ein Produkt eines Orgelbauers ist, oder dem Willen eines Pfarrers, eines Organisten oder ein paar Pfarrgemeinde-räten entsprungen ist, sondern eine Willensäußerung von vielen Menschen ist, sie zeigt, wie lebendig und engagiert die Mitglieder einer Pfarre sind. Auch wenn nicht jeder ein begeisterter Hörer von Orgelmusik ist, so sagen sich viele Menschen, dass die Orgel, „die Königin unter den Instrumenten“ etwas Einmaliges ist. So wie jede |
Pfarrgemeinde individuelle Merkmale aufweist, jeder Kirchenraum einzigartig ist, so ist auch keine Orgel mit einer anderen vergleichbar, denn eine Orgel wird in der Regel für einen ganz bestimmten Raum geschaffen.
Warum eine neue
Orgel?
Unsere derzeitige Orgel auf der Empore wurde nicht für den Raum von St. Paul gebaut, sondern sie ist wie Sie vermutlich alle wissen eine Dauerleihgabe der Universität Mozarteum, eine Übungsorgel, auf der viele Musikstudenten das Orgelspiel lernten und verbesserten. Unsere St. Pauler KirchenmusikerInnen Susanne Binder, Peter Mittendorfer und Katrin Schindlecker spielen auf dieser Orgel und kämpfen immer wieder auch mit ihr, denn sie ist so nennen sie es sehr „runtergespielt“. Wir sind dankbar, dass wir zunächst überhaupt eine Orgel dieser Größenordnung bekommen haben. Aber es ist eben eine Übeorgel, und sie ist nicht so stabil und nicht mit den Materialien gebaut, dass sie der Beanspruchung auf Dauer standhalten kann.
Der Beschluss
Die Abwägung, ob die alte Orgel repariert werden oder eine neue gebaut werden sollte, fiel zugunsten eines neuen, für St. Paul geschaffenen Instrumentes. Der Beschluss dafür wurde in der Pfarrgemeinderatssitzung vom 28. April 2008 gefasst. An dieser Sitzung nahmen auch die Orgelexperten Bernhard Gfrerer, Heribert Metzger, Michaela Aigner |
und Philipp Pelster teil. Sie alle bestätigten den schlechten Zustand unserer Orgel und informierten über mögliche Vorgehensweisen, zu einer für St. Paul genau passenden Orgel zu kommen.
Welche Orgel passt?
Es gibt nicht „die“ gute Orgel. Denn irgendwo anders eine wunderschön klingende und auch optisch beeindruckende Orgel gesehen zu haben, heißt nicht, dass diese auch in unseren Kirchenraum passen würde. In den nächsten Monaten soll deshalb ein Orgelbeirat uns beratend zur Seite stehen, man wird Orgelbauer aufsuchen, sich den Klang verschiedener Instrumente in den verschiedenen Kirchen anhören, usw. Wie unsere neue Orgel klingen wird, wie sie aussehen wird, welche Disposition (das ist die Gesamtanlage der Orgel mit den einzelnen Registern, der Traktur, der Manualverteilung) sie haben wird, und wie viel sie letztlich kosten wird, kann gegenwärtig noch nicht gesagt werden. Auszugehen ist aber, je nach Anzahl der Register, von einer Summe ab 300.000 Euro. Zuerst müssen die St. PaulerInnen sich Klarheit verschaffen, für welche Literatur die Orgel gebaut werden soll, denn so Heribert Metzger, Domorganist und Mitglied der Orgelkommission der Erzdiözese Salzburg „die Universalorgel, auf der alles gespielt werden kann, gibt es nicht, sie ist eine Verirrung der 60er Jahre.“ „Jedenfalls soll die Orgel der Gestaltung des Gottesdienstes dienen“, meint Peter Mittendorfer und dieser Meinung können wir uns wohl alle anschließen!
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