Pfarre Salzburg - St.Paul
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Der Turm der Pfarre St.Paul
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Montag, 06.02.2012  
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Wo sich die Gemeinde trifft und feiert 

1972 wurde das erste Pfarrzentrum als Mehrzwecksaal erbaut. Genauso flexibel wie das Gebäude genutzt wurde, entwickelte sich die Pfarrgemeinde. Leider verschlechterte sich der Bauzustand des Gebäudes so rasch, dass an einen Neubau gedacht werden musste.

1994 entstand eine neue Kirche mit angeschlossenem Pfarrzentrum.

Besonders im Sommer dient der Hof genauso als Spielplatz für die Kinder, wie auch als Begegnungsstätte für die Erwachsenen.

Pfarrzenrtrum St.Paul 
von 1972 
Zeittafel 
28.11.1965
Erste „Kino-Messe“ im ehemaligen Maxglaner Kino, Neutorstraße 63
01.04.1972 Erste Osternachtsfeier im Gemeindesaal, Eduard-Herget-Straße 5
21.01.1993 Spatenstichfeier für das neue Pfarrzentrum
02.10.1993 Grundsteinlegung
27.03.1994 Erste Messfeier im Rohbau der neuen Kirche (Palmsonntag)
17.09.1994 Turmkreuzaufsteckung
18.09.1994 Glockenweihe
20.12.1994 Aufbau der Hans-Winkler-Orgel, eines Orgelpositivs mit 4 Registern
Mai 1995 Arbeiten zur Altarraumgestaltung und Herstellung des Freskos durch Prof. Hubert Schmalix
30.06.1996 Kirchweihe, vorgenommen durch Auxiliarbischof Dr. Andreas Laun

Das Patrozinium wird am 25. Jänner gefeiert, am Fest der Bekehrung des Apostels Paulus.

Am Peter-und-Paul-Tag, dem 29. Juni, ist Kirchweihfest. Mit der Pfarrgemeinde gefeiert wird es meistens am Sonntag davor.

Künstlerische Ausgestaltung 

Betritt man die Kirche, so befindet man sich in einem breit angelegten Raum, der über einem quadratischen Grundriss errichtet wurde. Belichtet wird er – außer durch die Dreiecksfenster – durch kleine Fenster, die ein angenehmes hohes Seitenlicht spenden.

Bestimmend für den Raumeindruck ist einerseits die Deckenkonstruktion mit Leimbindern aus Fichtenholz, andererseits die Gestaltung des Altarraumes. Die steil ansteigenden Leimbinder suggerieren die Form eines „Zeltes“, ein in den letzten Jahrzehnten beliebtes Symbol für die Kirche, das pilgernde Gottesvolk, ganz im Sinne des Zweiten Vatikanums.

Der erste Beitrag zur künstlerischen Ausgestaltung kam vom akadem. Maler Richard Hirschbäck aus Zell am See. Er lieferte für die zwei Giebelfenster und die drei Glastüren zum Atrium die Entwürfe, die in einfachen geometrischen Formen gehalten sind. Das nordöstliche Giebelfenster ist, entsprechend der Richtung des Sonnenaufgangs, in kühlen Farben gehalten, das südwestliche Fenster trägt die Farben des Sonnenuntergangs, gelb, rot und gold. Die Symbolzahl „drei“ begegnet uns in den drei Türen, die ins Atrium führen. Sie sind gestaltet auf der Basis der drei geometrischen Grundmuster, Quadrat, Kreis und Dreieck, und symbolisieren Glaube, Hoffnung und Liebe, oder auch die Dreieinigkeit Gottes. Die Glasfachwerkstätte Schlierbach führte die Arbeiten aus.


Der Altarraum ist das Zentrum des Kirchenraumes. Der Altar symbolisiert Christus, hier wird er unter den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig.

Die Gestaltung des ganzen Altarraumes lag in der Hand von Prof. Hubert Schmalix, der in Wien und Los Angeles lebt und durch zahlreiche Ausstellungen bekannt geworden ist. Schon vor Baubeginn war für den Altarraum ein Wettbewerb ausgeschrieben worden, an dem sich 71 Künstler beteiligten. Die kompetente Jury verlieh Hubert Schmalix den ersten Preis. Doch in der Folge regte sich Widerstand, der die Entscheidung in Frage stellte. Erst unter dem neuen Pfarrer Peter Hausberger entschied sich die pfarrliche Baukommission, kräftig unterstützt durch Prälat Dr. Johannes Neuhardt, am 30.9.1994 den Auftrag an Hubert Schmalix zu vergeben.

Fresko – der Weg des Paulus
Die Rückwand des Altarraumes zeigt ein 115 m2 großes Fresko von Hubert Schmalix.

Das Fresko bezieht sich auf das Patrozinium der Kirche und stellt den „Weg des Paulus“ dar. Es ist aus fünf Streifen aufgebaut, von denen die beiden äußeren jeweils zusammengehören. Im Gegensatz zur üblichen Leserichtung in unserem Kulturkreis ist das Bild von rechts nach links zu lesen.

Rechts erblicken wir Paulus vor seiner Bekehrung. Hinter ihm eine Fläche in wolkigem, aggressivem Rot. Paulus selbst ist in puppenhafter Erstarrung dargestellt. In der Körpermitte  ist  er durch schwarze Flächen eingeengt, der Arm hängt senkrecht und unbewegt herab.
Fresko - der Weg des Paulus
Das Gesicht mit den großen Augen und der spitzen Nase erinnert eher an die sumerische Kunst des dritten vorchristlichen Jahrtausends, ebenso die typische Schrittstellung, die darauf hinweist, dass Saulus auf dem Weg ist.

Das große Mittelfeld des Freskos – es ist das größte – ist in strahlend lichtes Gelb getaucht, eine Glühbirne sendet Strahlen aus wie die Sonne. Sie erinnert an Picassos „Guernica“. Dort erhellt sie ein schreckliches Geschehen, doch hier steht sie für etwas Wunderbares, für „den Moment, der alles verändert“ (Schmalix). Dieser farbliche Höhepunkt des Freskos weist auf das Bekehrungserlebnis des Paulus hin. Der Evangelist Lukas schildert es in seiner zweiten Schrift, der Apostelgeschichte, so: Auf der Reise aber geschah es – er kam Damaskus nahe –, da umstrahlte ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Er stürzte zu Boden und hörte eine Stimme, die sagte: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?“ Er aber sprach: „Wer bist du, Herr!“ Darauf er: „Ich bin Jesus, den du verfolgst. Doch steh auf und geh in die Stadt hinein. Und dir wird gesagt werden, was du tun musst“ (Apg 9,3-6).

Auf der linken Seite des Freskos – hinter der Tabernakelsäule – begegnet die Gestalt nochmals. Langsam beginnt sich Paulus zu bewegen, seine Haltung ist gelöst. Er macht sich auf den Weg, worauf die großen Füße hinweisen. Das Gesicht ist nicht mehr grimmig, sondern hell, das Auge licht, der Mund bereit zum Reden. Den Kopf umgibt ein großer roter Heiligenschein, der Hintergrund zeigt ein weißes Gitter auf rotem Grund.

Der Weg des Paulus führt in die Weite. Eine wiederum stark formalisierte kleinasiatische oder griechische Küstenlandschaft bildet einen Hinweis auf die Missionsreisen. Rotierende blaue Spiralen weisen auf die Dynamik der Verkündigung des Apostels hin. Ganz oben geht ein Lichtstrahl von seinem Auge aus; er wirkt wie ein Scheinwerfer. Die ganze Erzählung ist unten von einem blauen Feld wie von einer Schale gehalten.
Altar

Altar


Ebenso wie das große Fresko sind auch Altar, Ambo und Tabernakel, so wie die anderen Gegenstände im Altarraum von Prof. Hubert Schmalix geschaffen.

Die 12 Köpfe im Altar erinnern an die 12 Stämme Israels oder an die 12 Apostel. 12 ist die Bundeszahl. Wir stehen im Bund mit Gott und werden uns dessen bei jeder Messfeier aufs neue bewusst.

Ambo

Ambo
Die Bronzeköpfe im Ambo beziehen sich auf die Verkündigung des Wortes Gottes. Bei den 4 Köpfen kann man an 4 großen Propheten des Alten Testaments denken (in der Kunstgeschichte werden üblicherweise Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Daniel aufgezählt) oder an die 4 Evangelisten. Der fünfte und oberste Kopf wird dem Apostel Paulus zugeordnet, aus dessen Briefen hier vorgelesen wird und der ja auch Kirchenpatron ist.
Tabernakel - Geschlossen

Tabernakel

Tabernakel - Geöffnet
Der schwarze Tabernakel schweigt vom göttlichen Geheimnis. Wenn man den Tabernakel öffnet, strahlen die Wände in Gold und sprechen von Gottes Herrlichkeit.

Durch einen Kristall unter dem Tabernakel leuchtet das ewige Licht, das die Gegenwart Christi andeutet.

Kreuz

Kreuz Osterleuchter

Osterleuchter

Im Kreuz wird die Verbindung zwischen dem gekreuzigten und dem auferstandenen Christus ausgedrückt.
Einen zentralen Platz nimmt der Osterleuchter ein, auch als Ort der Taufe.

Wochentagskapelle


Die Wochentagskapelle
ist durch eine faltbare Glaswand von der Kirche abgeteilt. Das Thema der Kapelle wird angegeben durch ein Marienbild „Maria, Mutter vom Guten Rat“. Es stammt aus dem 18. Jhd. und ist eine Kopie des Gnadenbildes von Genazzano, 50 km östlich von Rom in den Prenestinerbergen gelegen.
Der Altar in der Kapelle stellt das Thema „Wurzel Jesse“ bzw. „Stammbaum Jesu“ dar und steht damit in Beziehung zum Marienbild. Er wurde von Hartwig Rainer Mülleitner 1996 geschaffen. Aus dem Wurzelstock einer Fichte, die auf 1500 m Seehöhe in Kendlbruck im Lungau gewachsen war, arbeitete er den runden Altar heraus.

In den Wurzeln ist ein Stein eingewachsen, ein Serpentinit, der an seiner Stelle belassen und an die Rundung des Altars angeglichen wurde. Die ausgenommene Mitte des Wurzelstocks ist unter einer Glasplatte abgesenkt. Unter der Glasplatte ist das Altarkreuz zu sehen, es ist aus dem selben Material wie der eingewachsene Stein und kommt aus der unmittelbaren Umgebung des Standortes der Fichte. Der Stein, aus dem das Kreuz geschnitten ist, erinnert in seiner Form an einen Brotlaib. Er greift damit das Motiv der Eucharistie auf. Aus einer der kräftigen Wurzeln, die bei der Bearbeitung des Wurzelstocks übriggeblieben sind, hat der Künstler den Bodenleuchter, der neben dem Altar steht, angefertigt.
Ein im Altar im
Wurzelbereich
eingewachsener
Stein erinnert
an die letzten
Absätze des
Romans „Antonio
Adverso“ von
Hervey Allen

zum Text

 

peter hausberger . net